Peter Lantschner
Peter Lantschner
Peter Lantschner
* 29.12.193129.01.2022
90 Jahre
Imst

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Peter Lantschner

In liebem Andenken an

Peter Lantschner

Vor Kurzem ist Peter Lantschner, gebürtig aus Steinegg oberhalb von Bozen, verstorben und in Imst in Nordtirol zu Grabe getragen worden. 

Geboren wurde Peter Lantschner am 29. Dezember 1931 am Ebenhof in Steinegg als viertes von 13 Geschwistern der Bauersleute Maria und Josef Lantschner. Seine Kindheit verlief unbeschwert, doch mit dem Eintritt in die Schule wurde er umgehend mit den politischen Realitäten in Südtirol konfrontiert.

Von 1937 bis 1939 besuchte er die italienische Schule, in der kein deutschesWort erlaubtwar. Seine Muttersprache konnte er nur in der verbotenen „Katakombenschule“ erlernen. Die Option, der Zweite Weltkrieg und schließlich die Besetzung Südtirols durch deutsche Truppen überschatteten seine weitere Schulzeit. Nach demKriegwurde die Arbeitskraft von Peter daheim am Hof gebraucht, da sein ältester Bruder undHoferbe Josef in russische Gefangenschaft geraten war und erst 1948 – gesundheitlich schwer angeschlagen – zurückkehrte.

Zu Beginn der 1950er-Jahre eröffneten sich für Peter neue Perspektiven. Von 1951 bis 1953 besuchte er die Landwirtschaftliche Schule in Rotholz. Im Sommer half er zu Hause aus, wo er dringend benötigt wurde. Dann wurde er zum italienischen Militär einberufen. Sein „Capitano“ erkannte sogleich Peters musikalisches Talent und beauftragte ihn, eineMilitärmusikkapelle aufzubauen, mit der er als Musikant und Kapellmeister oft im norditalienischen Raumauftrat.

In den darauffolgenden Jahren fand er Arbeit im Landwirtschaftsbetrieb der Rotholzer Schule und später am Marsonerhof in Kematen. Den Winter 1959/60 verbrachte er wieder daheim am Hof – und er hatte fest vor, dass sein künftiger Lebensmittelpunkt wieder Südtirol sein sollte. Da erreichte ihn überraschend der Ruf des neu bestellten Direktors der Landwirtschaftlichen Lehranstalt Imst, August Stern. Dieser kannte ihn und seine Qualitäten aufgrund der gemeinsamen Zeit in Rotholz und wollte ihn unbedingt als Verwalter des Gutshofes verpflichten. Peter war hin- und hergerissen, aber es blieb nicht viel Zeit für eine Entscheidung. Zudem war der Posten in Imst mit der Auflage verbunden, dass er unbedingt eine Ehefrau mitbringen musste, die sich um den Personalhaushalt zu kümmern hätte.

So hielt er um die Hand von Maria Neurauter an, die er von seiner Arbeitsstelle in Kematen her kannte, und heiratete sie im Mai 1960. Bereits im März hatte er die Stelle als Verwalter (Schaffer) am Gutshof angetreten. Fast 30 Jahre lang führte das Ehepaar den Lehrbetrieb zusammen mit den Bediensteten in vorbildlicher Weise. Der Gutshof wurde zum Lebensmittelpunkt der rasch wachsenden Familie. 3 Kinder gingen aus der Ehe hervor: Elisabeth, Josef und Gertraud.

Der große Wunsch, eine eigene Bleibe zu schaffen, konnte mit vereinten Kräften verwirklicht und im Jahr 1979 bezogen werden. Aus gesundheitlichen Gründen ging Peter im Jahr 1989 in Pension und kümmerte sich fortan um seine Enkelkinder und war seinem Schwiegersohn eine große Stütze beim Betrieb von dessen Landwirtschaft. Peter und Midl waren fast 62 Jahre glücklich verheiratet, sie haben 3 Kinder, 5 Enkelkinder und 2 Urenkelinnen. Es war Peter ein großes Anliegen, die Kontaktemit seinen Angehörigen in Südtirol aufrecht zu erhalten.

So führten viele seiner Ausflüge in die geliebte Heimat. Zu den Pflichtterminen gehörten der Steinegger Kirchtag zu St. Peter und Paul sowie der Gräberbesuch zu Allerheiligen. Mit seinen Geschwistern pflegte er ein herzliches Verhältnis. Peter hatte ein außergewöhnliches musikalisches Talent, an dem er seine Mitmenschen teilhaben ließ. So wirkte er als Instrumentalist und Kapellmeister bei verschiedenen Musikkapellen und Kleingruppen. Einmalig war auch seine großartige Stimme, die beim Kirchenchor und beim Imster Liederkranz – und natürlich bei privaten Anlässen zu hören war. Ihr melancholischer Klang ist vielen in Erinnerung,
vor allem dann, wenn er als Solist Südtiroler Heimatlieder vortrug. Peter war ein bescheidener Mensch, der sich nicht in den Vordergrund drängte. Seine Expertise, seine Leistungsfähigkeit und sein Fleiß wurden allseits geschätzt. Aus seinem Mund war nie ein böses Wort zu hören, seinen Mitmenschen war er ein großes Vorbild.

Der Mittelpunkt seines Lebens war die Familie. Im Kreis seiner Kinder und später Enkel und Urenkel fühlte er sich wohl. Sie bestmöglich zu unterstützen und zu fördern war ihmein großes Anliegen. Peter erzählte immer wieder vom tiefen Glauben seiner Eltern, die sich in der Sorge und Unterstützung für arme und benachteiligte Menschen äußerte. Die tiefe Verwurzelung im Glauben und sein kompromissloses Gottvertrauen haben auch sein Leben geprägt. Mit großer Hilfsbereitschaft kamer jenen entgegen, die Not litten.




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